Unternehmenswert

Ohne Frage - die Bewertung ganzer Untenehmen ist eine komplexe Aufgabe und sollte nicht ohne Hinzuziehung externer Berater mit einschlägiger Erfahrung vorgenommen werden. Bekannt ist auch, dass der Inhaber in den weitaus meisten Fällen den Wert seines Unternehmens überschätzt. Da wird es auch sehr schwer für den Berater, ihm die Eins mit den sechs Nullen auszureden. Der Wert ist eben etwas Subjektives.

Fakt ist, dass die verschiedenen Bewertungsmethoden primär dazu dienen, eine Vehandlungsgrundlage für Verkäufer und Käufer zu schaffen. Letztlich unterliegen auch Unternehmenswerte dem Marktmechanismus von Angebot und Nachfrage. Wobei festzustellen ist, dass nicht nur die "hard facts" aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung eine Rolle spielen, sondern auch die "soft facts" wie Innovationsfähigkeit, Mitarbeiterpotential, Marktstellung etc. punkten.

Es geht hier nicht um die Darstellung der verschiedenen Bewertungsmethoden als teilweise sehr komplexen Rechenwerken. Uns geht es um Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei den Wertzansätzen und bei der Vorgehensweise.

Um eine halbwegs tragfähige Entscheidungsgrundlage für Preisverhandlungen zu schaffen, empfielt es sich mehrere Bewertungsmethoden anzuwenden und gegebenenfalls miteinander zu kombinieren.

Die in der Praxis geläufigsten Bewertungsverfahren sind

» das Ertragswertverfahren
» das Substanzwertverfahren
» der Marktwertansatz

Ertragswertverfahren

Die Bewertungspraxis favorisiert eindeutig die Ertragswertverfahren. Sie werden auch als Zukunftserfolgswertmethoden bezeichnet, da die zukunftsorientierten Erfolgspotentiale des Unternehmens in die Bewertung eingehen. Als Grundlage dienen die Jahresabschlüsse der Vergangenheit und die Perspektive des Unternehmens. Innerhalb dieser Verfahren wird nochmals unterschieden in Discounted Cash Flow Methode und in die reine Ertragswertmethode.

Zum Ertragswert gelangt man in sieben Schritten:

» Analyse der Jahresabsschlüsse der letzten drei bis fünf Jahre
» Bereinigung der Zahlen aufgrund externer und internen Informationsbeschaffung
» Aufbau einer Umsatz- und Kostenstruktur für die Zukunft (zwei bis drei Jahre)
» Ermittlung der zukünftig zu erwartenden Gewinne/Erträge
» Ermittlung des Kapitalisierungsfaktors
» Errechnung des Zukunftserfolgswertes
» Verhandlungen, Verhandlungen


Substanzwertmethode



Dem Substanzwert kommt im Zusammenhang mit der Bewertung eines Unternehmens lediglich eine Hilfsfunktion zu. Er liefert die Basis für den Ertragswert. Substanz, das ist der Gegenstandswert des betriebsnotwendigen Anlage- und Umlaufvermögens. Er stellt für den Erwerber eine Preisobergrenze dar. Neutrale Sachverständige können die Werte schätzen. Die vereinfachte Formel für die Ermittlung des Substanzwertes.

Anschaffungs- oder Herstellungs-Kosten
./. bislang darauf angefallene Abschreibungen
./. Fremdkapital (Passiva)
+ Schätzwert der immateriellen Wirtschaftsgüter
= Substanzwert


Der Substanzwert erfüllt beim Erwerb von Waren- und Materialbeständen, Produktionsmittlen und Immobilien weiterhin seinen Zweck.

Marktwertansatz

Die Gewinnmultiplikatormethode ist wohl das am ehesten verständliche Verfahren. Durch die branchenbezogene Verwendung von Multiplikatoren vergleichbarer Unternehmen kann eine große Marktnähe erzielt werden. Als Basis dient häufig das nachhaltig erzielbare Betriebsergebnis EBIT (earnings bevor interest and taxes = Gewinn vor Zinsen und Ertragssteuern). EBIT wird mit einem Multiplikator vervielfältigt. Die Multiplikatorhöhe orientiert sich an Branchenrisiken, unternehmensspezifischen Zyklen und an der Marktstellung des zu bewertenden Unternehmens. Die Betriebsimmobilie wird grundsätzlich separat bewertet. Obwohl die Multiplikatormethode auf zahlreichen Vereinfachungen basiert, stellt sie eine erste Orientierung dar.

Im nachfolgenden stark vereinfachten Beispiel werden die Geschäftsführerbezüge auf ein marktübliches Maß reduziert, die Fahrzeugkosten werden auf ein betrieblich erforderliches Maß gestutzt und die an die Besitzgesellschaft geflossene Miete im Eigentum
des Gesellschafters wird durch die marktübliche Größe ersetzt (alle Werte in T€ ).


Werte

unternehmenskalkulation kalkulation

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